Multitasking frohgemut
Haustür aufschließen, angeschnalltes Kind im Buggy und zwei Tragetaschen in den Hausflur bugsieren. Taschen auf die vierte Treppenstufe stellen, damit man drei Sekunden hat, bevor Sohnemann sie sich greifen (und ausschütten) kann. Jetzt! Kind abschnallen – dabei gleichzeitig Buggy mit einem Fuß und einer Hand zusammen”falten”, mit dem anderen Fuß den Rollator der alten Damen aus dem 2. Stock fixieren, da er sonst nebst Kind (erste Station) die Kellertreppe runterfährt. Dann schnell zur Ablage hechten (zweite Station) und vermeiden, dass alle Pizzawerbeprospekte und anderes sich über den gesamten Boden verteilen (“Kamelle! Strüßjer!” Wir sind ja schließlich in Köln.). Dann: Haustür mit einem Fuß zuhalten, damit der Herr nicht wieder auf die Straße rennt (dritte Station), Schweiß abtupfen, schnell durchatmen. Kind an die eine Hand, Taschen in die andere und los gehts singend und kreativ (Wo die großen Elefanten spazieren gehen / Schmetterling du kleines Ding usw.) in die vierte Etage. Nach einer Viertelstunde Training für die Mutti und Spaß für den Herrn, schnell Schlüssel in die Tür (Dauerklingeln ist lustig), Schuhe aus und rein. Taschen schnell in die Küche und Tür zu (sonst Backofen an und irgendwas in die Waschmaschine gesteckt), Hechtsprung zum Badezimmer, bevor der Schemel hervorgeholt und alles nass. Endlich selber Jacke aus und ausschwitzen. Ach ja: emotionslos und souverän lautet die Erziehungsparole – die einzige die hier funktioniert. Bei allen anderen Versuchen (unterschwellig genervter Tonfall, Eile o.ä.) legt sich Sohnemann direkt und stur auf die erste Treppenstufe und wartet so lange bis man ihn hochträgt. Aber sonst toll!



