Montag, 15. Juni 2009 08:36
Kurzweilig. Ein Schriftsteller berichtet aus seinem Leben. Er trinkt viel, hauptsächlich kümmert sich die Freundin um das gemeinsame Kleinkind, er hypochondriert und ängstigt sich, ob sein bald erscheinendes Buch Wohlwollen hervorruft (Stichwort: Shortlist für den Deutschen Buchpreis). Lustig ist es zwischendurch auch. Daniel Kehlmann als Freund bereitet mir Spaß. Ich werde auch Die Arbeit der Nacht lesen, denn das hört sich spannend an, wie die Website von Thomas Glavinic verrät: “Ein Mensch wacht auf und ist allein. Auf der ganzen Welt gibt es keine lebende Seele mehr. Außer ihm. Wie kann er weiter leben, dieser letzte Mensch?” Obwohl dieses Szenario ja auch nicht neu ist…
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Freitag, 22. Mai 2009 20:54
“Das Mittelalter ist keine Epoche, sondern der Name der menschlichen Natur.”
Das ist schon großartig. Trotzdem nicht mein Buch. Nicht weil es zeitweise sehr grausam ist, nicht weil es ein erschreckendes Ende hat. Nein, weil die Figuren mich nicht berühren, die Charaktere sind einfach zu oberflächlich. Man kann dieses Buch als eine politische Prozessbeschreibung lesen und so gesehen ist es ein respektables Werk. Nachdenken über unseren Staat in Bezug auf Internetsperren, biometrische Daten & Co ist immer gut. Vielleicht war mir das Szenario aber etwas zu platt. Oder zu realistisch?
Lesenswert ist auf jeden Fall Torsten Larbigs Kritik in seinem Lehrerblog.
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Freitag, 22. Mai 2009 20:49
“Man guckt die Leute immer nur vor’n Kopp.” Selten hab ich Heimatgefühle, aber manche Dinge kann sprachlich nur der Ruhrpott.
Kein literarisches Meisterwerk dieser Roman, aber kurzweilig und spannend und gar nicht so simpel, wie man zu Beginn vermutet. Eigentlich ein Buch über die Midlife Crisis eines 40jährigen mit Frau und Kleinkind. Der ist leider Bankangestellter und findet das selber total öde. Automarken spielen eine große Rolle: Subarus und Mustangs vor allem. Dazu kommt ein Szenario aus bunten Figuren und leicht schlampigen Mädels. Und einem wirklich Bösen – also der mit der Knarre -, mit dem unser Hauptdarsteller sich innerlich verbrüdert, weil dessen Träume noch mehr in die Hose gehen als seine eigenen. Ach ja, grundsätzlich geht es um einen Banküberfall, eine Geiselnahme, die zwischendurch mal keine mehr ist und einen Rückblick auf 40 gelebte Jahre. Und am Schluss wird klar, die Verantwortung dafür wie das eigene Leben verläuft trägt man allein. “Und nichts wird besser.”
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Sonntag, 17. Mai 2009 11:53
“Wo hast du den Schnupfen schon wieder her?”
“Den hab ich gekauft!”
Der Herr | Kommentare (0)
Sonntag, 17. Mai 2009 09:54
“Mama, ich fühl mich ein bisschen krank.”
“Wo denn?”
“Überall!”
“Und was könnte man dagegen tun?”
“Sofort Fernsehen gucken!”
Der Herr | Kommentare (1)
Donnerstag, 07. Mai 2009 09:37
Der beeindruckendste Film seit langem. Das letzte Mal sah ich Josef Bierbichler als eher ruhigen Typen in Im Winter ein Jahr. Ich bin kein Fan des Bayrischen, aber dieser Winterreise-Bierbichler haut mich um. Beängstigend kraftvoll, verloren und trotzdem voller Leben. Der Dialekt passt perfekt. Grantelnd und cholerisch tobt er durch die Szenen. Singt betörende fremde Lieder und knallt zwei Sonnen seiner Depression ab. Sibel Kekilli schön wie immer, ernst und nebenfigurig. Hanny Schygulla als Gattin, immer im Haus. Die einzige die noch zu ihm hält. Er steht nackt am geöffneten Panoramafenster und versucht seine innere Hitze in der Schneekälte zu kühlen. Und brüllt. Singt. Leidet. “Arschloch” sein einziges Wort für die Menschen um ihn herum. Keine Kompromisse. Ein Drama im wahrsten Sinne. Eine Wucht. Die Bilder oft formal schön, oft Vogelperspektive, handkamera-ig, schnell, unruhig.
Nachhallend: 1.
Im Kino gewesen | Kommentare (1)
Donnerstag, 23. April 2009 15:24
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Montag, 20. April 2009 11:03
Little People von Slinkachu – Street-Art im wahrsten Sinne. Hummeljagd: “They’re not pets, Susan.”
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Montag, 20. April 2009 10:46
Die Knetfiguren von Katia Kelm sind meine neuen Lieblinge. Zum Beispiel ‘Niggemeier im Teppich’:

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Mittwoch, 15. April 2009 08:49
Doch, es war einer der guten Kinoabende. Kurzweilig, spannend und bunt. Und doch bleibt ein Aber. Weil man den Vorwurf der Sozial- oder besser: Slum-Romantik nicht verhehlen kann. Das Elend wird gezeigt, aber hübsch fotografiert. Der Geruch stellt sich auch im Kopf nicht ein wenn Jamal in die Fäkaliengrube springt. Das Aufziehen der Kamera über den Wellblechdächern hat zwar wegen der so gezeigten Größe des Slums einen Oha-Effekt, es werden aber kaum Bilder gezeigt, die das Leben im Slum nachvollziehbar zeigen. Allerdings will der Film ja auch keine Dokumentation sein. Das Ende – ein simples Happy-End à la Bollywood. Genervt hat mich die Opferrolle der Latika. Geschändet von Kindesbeinen an wehrt sie sich nie. Jamals Bruder – endlich geläutert – muss sie sogar in die Freiheit schubsen. Denn erst wenn der wartende Prinz auch noch genug Geld hat ist sie bereit für ihn. Fazit für mich: Wenn man es schafft Slumdog Millionaire als fiktionales Kinomärchen zu sehen, ist es – siehe oben – ein guter Kinoabend. 2+.
Im Kino gewesen | Kommentare (1)